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Vom Ballangebot im Kindergarten zur Europameisterschaft
  12.11.2021 •     Handball BW , Allgemein , Verein


Ein Portrait über die Nationalspielerin Ariane Pfundstein

Bereits im Kleinkindalter hat Ariane Pfundstein die Liebe zum Handballsport entdeckt. Damals, noch als allgemeines Ballangebot im Kindergarten, hat sie den Ball schon immer lieber in die Hand als an den Fuß genommen. Insbesondere ihrer großen Schwester wollte sie damals nacheifern und schloss sich dementsprechend ihrem Heimatverein der JSG ZEGO an. Dort verbrachte sie den Großteil ihrer Jugend, bis sie 2018 dann zur SG Kappelwindeck/Steinbach wechselte. Ein Schritt der ihr sicherlich nicht leicht fiel, aber sich am Ende als goldrichtig herausstellte. Bereits in ihrem ersten Jahr bei der SG durfte Ariane Drittligaluft in der 1. Mannschaft schnuppern und wurde zur gleichen Zeit zum ersten DHB Lehrgang eingeladen. Da der Kader der U17 Juniorinnen zu diesem Zeitpunkt noch relativ groß war, war der Einsatz bei der anstehenden Europameisterschaft in Montenegro noch nicht garantiert. Nach einigen harten Lehrgängen, mit durchgehend guten Leistungen, war die Erleichterung und Freude nach der Nominierung dementsprechend groß. Ihre Länderspielprämiere gab Ariane dann 2021 im Auftaktspiel gegen Tschechien. Als Vorbilder nennt sie die beiden deutschen Kreisläufer Jannik Kohlbacher und Henrik Pekeler, vor allem letzterer sei durch seine starke Abwehrleistung im Innenblock ganz besonders interessant.

Während dem Turnierverlauf hat das Team um Ariane Pfundstein zu Beginn noch regelmäßig trainiert, oder einen Ausflug in die nahegelegene Stadt gemacht. Mit dem Erreichen der K.O. Runde wurden solche Aktivitäten jedoch immer seltener. Die freie Zeit wurde fortan hauptsächlich auf dem eigenen Zimmer mit einem Livestream der anderen Begegnungen verbracht. Durch den immer größer werdenden Druck, wurde auch die Zeit zum Abschalten immer kürzer. Das letzte Spiel, der nächste Gegner verfolgten die Spielerinnen oftmals bis in die Nacht. Trotz der umkämpften Partien auf dem Spielfeld war es schön auch einmal außerhalb des Handballfeldes mit den gegnerischen Teams in Kontakt zu kommen. Zusammen mit dem Deutschen Team waren auch die Teams aus Portugal, Frankreich und Norwegen im gleichen Hotel untergebracht. Insbesondere mit Norwegen hatten die Mädels eine sehr gute Verbindung. Ariane erinnert sich noch an die Feier nach dem Finale gegen Ungarn, welches Ungarn leider für sich entscheiden konnte. „Da haben alle Teams nochmal zusammen gefeiert.“

Der Moment, als die Nationalhymne das erste Mal gespielt wurde, ist ihr dabei besonders in Erinnerung geblieben. ,,In dem Moment habe ich alles um mich herum vergessen und mir wurde klar wo ich momentan stehe. Das Spiel selbst ist für eine Sekunde in den Schatten gerückt und ich habe den Moment einfach nur genossen“ Insbesondere das packende Halbfinale gegen Russland sollte Pfundstein und Handballdeutschland in Erinnerung bleiben. Erst in der Nachspielzeit setzte sich das Team von Gino Smits gegen den Favoriten aus Russland durch. Pfundstein selbst konnte sich in dem Spiel mit einem Treffer vom Kreis in die Liste der Torschützen einreihen. Warum das deutsche Team am Ende siegen konnte, erklärt sich Pfundstein durch den großen Siegeswillen und die Euphorie, die durch den ersten Treffer, den die Mädels in der Verlängerung erzielten, entstand.

Den größten Unterschied zwischen einer Partie im DHB Trikot und der in ihrem Verein sieht sie neben der Athletik vor allem in den Emotionen. Diese seien im Handballsport zwar immer vorhanden aber bei einem Länderspiel, im Kampf um den Europameistertitel nochmal besonders heiß. Als ihr großes Ziel beschreibt die bodenständige Kreisläuferin die Nominierung zur Weltmeisterschaft im Sommer, aber auch mehr Spielzeiten im Verein sowie mehr Verantwortung möchte sie sich die kommenden Jahren erkämpfen. Dafür arbeitet sie jeden Tag sehr hart.